Training statt Dogma
Gäbe es eine wissenschaftliche Methode, welche den Kern der reinen Wahrheit aus den Philosophien und Religionen, sowie den Mythen und Legenden der Vergangenheit extrahiert hat und dabei die aktuellen Geschehnisse der gesellschaftlichen Indoktrination in ihr Kalkül mit einbezieht, hätten die Menschen ein zuverlässiges, mit wissenschaftlicher Präzision arbeitendes Instrument zur Entwicklung von höherem Bewusstsein und besserer Lebensumstände.
Das, was bei diesem Extraktionsprozess ausgeschieden werden muss, ist der Aberglaube, die Gottesfurcht, diktierte Moral, soziale und politische Bindungen der Vordenker und die Zugeständnisse, die Vordenker an Staat und Kirche ihrer Epoche machten.
Eine derartige Methode, welche zudem das "Lernen" lernen in sich integriert, führt in einen Prozess des optimierten Erkenntnisgewinns. Sie verdient erst dann die Bezeichnung universelle Lehre, wenn sich alle zunächst sichtbaren, erfahrbaren Lebensbereiche von ihr erfassen lassen. Ergebnisse auf den Menschen sind von ihr dann nicht erst im Jenseits zu erwarten.
Von einer solchen Methode kann erwartet werden, dass sie uns befähigt, in höchstem Maße effektiv, Lösungen für alle Fragestellungen des optimalen Lebens und Überlebens zu erarbeiten.
Dann ist jeder Mensch, verfügt er nur über einen angemessen funktionierenden Denkapparat, in der Lage, Korrekturen aus assoziativen Fehlanpassungen zu entwickeln. Die Methode erfasst hierbei Fehlanpassungen welche aus Tradition, aus gesellschaftspolitisch relevanter Sitte und Moral, aus Erziehung, aus durch Erfahrung bedingter Prägung, aus negativen Gewohnheiten resultieren und solche die psychosomatisch bedingte Krankheiten hervorrufen, ebenso wie alle Formen psychischer Defekte.
Die Vorteile eines methodischen Vorgehens, bei der Erarbeitung von Denkfähigkeiten, die höhere Schlusskraft repräsentieren und der Frage nach Gott, Sinn und Zweck unseres Daseins, sowie der Frage nach dem optimalen gesellschaftlichen Zusammenleben näher kommt, werden vor allem bei der Erschliessung noch ungenutzter Potentiale deutlich.
Ein Methodisches Vorgehen verhindert die zweckgebundene Ideologisierung einerseits und mindert die Gefahr der priesterhaften Mystifizierung andererseits. In aller Konsequenz bedeutet das, in Einsatz bringen einer Methode, Vorteile für all diejenigen, die aktiv an ihr teilhaben, da ihre Anwendung Leiden, welches aus den assoziativen Fehlanpassungen resultiert, in kurzer Zeit reduziert und zum Wohlergehen wandelt.
Sie lässt eine fundierte Spekulation über die Form der optimalen Gesellschaft zu, wenn davon ausgegangen wird, dass die natürliche Selektion nicht mehr über Leiden des Individuums, sondern das Verändern individueller Realitätshypothesen, im Rahmen eines kognitiven Lernprozesses, Grundlage für die Anpassung bildet.
Wie wird "ES" sein, wenn wir diese Methode gemeinsam anwenden. Wie wird es unser Weltbild verändern, wenn wir alle diese Methode so verinnerlicht haben, dass sie wie selbstverständlich von einer Generation zur anderen weitergegeben wird. Voraussetzung ist, dass alle zur Selbsterkenntnis fähigen und mit kritischer Vernunft ausgestatteten Individuen von dieser Methode Kenntnis genommen haben, davon Gebrauch machen konnten, damit sie diese in ihr Leben integrieren.
So ist verständlich, dass diejenigen, die Vorteile der Methode bereits erkannt haben und diese für sich nutzen wollen, in diesem Moment noch mit Zukunftsvisionen über die Leistungsfähigkeit einer optimal strukturierten Gesellschaft operieren müssen und in der Übergangsphase, bis die meisten Individuen davon Kenntnis genommen haben, viele Anpassungen als Zugeständnis an das existierende Milieu formulieren werden.
Dabei wird häufig gleiches mit gleichem beantwortet, nicht im Sinne einer Gerechtigkeit, die Rache vermeiden möchte, sondern aus der Notwendigkeit, den aus den Fehlanpassungen resultierenden Dynamiken die gewünschte Richtung zu geben.
So gesehen existiert dann keine im hergebrachten Sinne zu verstehende Moral, die eine Schuldfrage klären möchte, oder eine Ethik, die aus polarem Denken entsteht, sondern eine den geistigen Gesetzen entsprechende oder den erkannten geistigen Prinzipien gemäße Betrachtung und Handlungsweise.
Wenn Teile von ihr bisher bewusst oder unbewusst erfolgreich angewandt wurden, dann in Summe häufig, bedauerlicherweise nur in einem Modus der Opposition. Dessen Milieu hat die Eigenschaften viel Energie zum Schutz der Praktizierenden zu verbrauchen, die zusätzlich zu der Energie aufgebracht werden muss, welche bei verschiedenen Anwendungen fließt.
Zudem beinhaltet das Dasein als Oppositioneller Konfliktstoff für den Praktizierenden selbst, denn er möchte sein Wissen, in Frieden und Harmonie mit allen innerhalb einer starken liberalen Gesellschaft teilen. Zwar kann das Bilden von homogenen Gemeinschaften vorübergehend für das in der Methode gefasste Wissen Vorteile bringen, bedeutet aber eine mindestens Zweiteilung der Gesellschaft und beinhaltet die Gefahr, dass es den Einzelnen bereits nach 100 Jahren nicht mehr bewusst ist, dass die homogene Gemeinschaft einstmals zu ihrem Schutz diente und nicht um ihrer selbst willen existiert.
Diese Gefahr besteht in noch viel größerem Maße für den oder diejenigen welche den vollständigen Satz dessen, was die Methode als gesammeltes Wissen umfassend beschreibt, wie den Stein des Weisen in den Händen hat. Sie könnten zu Verfolgten derjenigen werden, die ihren Konservatismus hinter ihrer angeblichen Rechtschaffenheit verbergen, welche am bestehenden System profitieren und nur Veränderungen gutheißen, die nur sie selbst noch mehr begünstigen.
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