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Methoden für geistige Entwicklung, geistige Evolution
Geistige Evolution

Prinzipien der biologischen Evolution setzen sich im menschlichen Bewusstsein fort.

Niemand sollte die Methoden zur geistigen Entwicklung zum Gegenstand einer Geheimlehre erheben. Die Grundlagen solcher Methoden sind ebenso vermittelbar wie die Grundlagen zur Mathematik, Physik oder Chemie. Damit sind diese Methode für jedermann anwendbar. Nur im ersten Moment erscheint sie dem Menschen, der mit deren Formeln und Symbolen nicht vertraut ist, als ein Buch mit sieben Siegeln, aber schon nach kurzer Zeit erschließt sich ihm das gigantische Potential, daß von einer solchen Methode ausgeht.


Schon oft in unserer Geschichte wurden diese Wissenschaften, in spezifischen Punkten, von interessierten Zirkeln (meist Großindustriellen, Kirchen, Banken oder Staaten) zu kommerziellen oder allgemeineren Machtzwecken, unter Geheimhaltung mißbraucht. Ebenso fielen die Methoden zur geistigen Entfaltung von Zeit zu Zeit der Machtpolitik gewisser Interessengruppen oder Gesellschaftsklassen zum Opfer. Im alten Indien waren es die Brahmanen, eine Priesterklasse, die das heilige Wort zum Privileg ihrer Kaste machten und dadurch alle, die außerhalb ihres Kreises standen, zwangen, das im Sinne der Brahmanen Überlieferte, als Glaubenssätze zu akzeptieren. Im christlichen Abendland war es die päpstliche Kurie und anno 1624 Mersenne, Gassendi sowie Descartes die wesentliche Teile der christlichen Lehre, im Sinne politischer und religiöser Stabilität, auslegten und damit unmenschliche Denkmodelle schufen, an denen wir alle heute noch zu leiden haben. Für diese Vorgehensweise gibt es in der uns bekannten Historie noch unzählige Beispiele.

Somit wurde das zum Dogma, was einmal aus religiöser Begeisterung und Ekstase intuitiv geschöpft wurde. Aus einstmaligem Wissen mußte Glauben werden und aus dem Glauben, dem das Element der direkten, von den niederen Motiven der Leidenschaften befreite, ungelenkten Erfahrung fehlte, resultierten verschiedene Formen des Aberglaubens. Fast jeder Aberglaube in der sichtbaren Welt kann auf bestimmte Wahrheiten zurückverfolgt werden, die, abgespalten vom Zusammenhang ihres Ursprungs, häufig sinnverkehrt in das Weltbild des auf diese Weise zum gehorsamen Glauben gezwungenen, einfließt. Sie stellen, in der wörtlichen Bedeutung des lateinischen Ausdrucks "superstitia" Überreste dar, etwas, das übrig geblieben ist.

Und weil die natürlichen Begebenheiten, die den Weg bestimmten, auf dem wir diese Wahrheiten oder Ideen schöpften -d. h. ihre geistigen, logischen oder historischen Beziehungen in Vergessenheit geraten sind, wurden sie zum blinden Glauben. So ging das Vertrauen in die Wahrheit, die Kraft einer spontanen Idee oder einer überragenden Persönlichkeit verloren.

Mit der Zeit erlosch hiermit ein Vertrauen in die Harmonie einer höheren Wirklichkeit, die durch die eigene Erfahrung bestätigt wird und damit zu einer inneren Gewißheit wird. Die Bedingung jeder fruchtbaren geistigen Aktivität, sei es nun Kunst oder Philosophie, Religion oder Wissenschaft, ist die Selbstbestimmung, eine durch Hingabe bestimmte positive Haltung unseres Geistes unter Einsatz unseres ganzen Wesens. Wenn diese Selbstbestimmung fehlt, ist kein wirklicher Fortschritt möglich und geistige Evolution nahezu ausgeschlossen. Gemeint ist die Art seelischen Vertrauens, innerer Bereitschaft und Aufgeschlossenheit, die ihren lebendigen Ausdruck in der Entfaltung aller positiven Kräfte des menschlichen Geistes findet. Diese ist gewillt die komprimierten Begrenzungen und Bindungen der Unwissenheit zu sprengen und macht dieses Vertrauen zu seinem Werkzeug.

Jedoch wurde dieser wahrhafte Ausdruck intensiven Erlebens ein Faktotum der Spekulation, da es schon immer Individuen gab, die selbst keinen Anteil an diesem Reifeprozess hatten und die Antworten, fälschlicherweise, in dem aus ihren Erlebnissen analysierten oder den ihnen selbst indoktrinierten Denkinhalten suchten.

Die Tatsache, daß dann Licht herrscht, wenn die Ursachen der Finsternis bewältigt sind, schien ihnen fremd. Sie wollten immer nur das diskutieren, was sein würde, wenn sie eines Tages im Licht wären. Aber selten machte sich jemand mehr die Mühe, das Dunkel zu durchdringen, zumal ihnen suggeriert wurde, daß man das stellvertretend für sie tun würde. Und indem sie ständig nur diskutierten, schufen sie eine komplizierte Theologie, aus der sie sich selbst nicht mehr lösen konnten. Sie verließen sich darauf, daß von irgendeiner göttlichen, übernatürlichen Kraft die Hilfe kommen sollte, die sie nach eigenem Ermessen brauchten, sogar auf die sie glaubten ein Recht zu haben, statt sich auf ihre eigenen, ihnen innewohnenden Kräfte zu verlassen.

Sie vergaßen, während sie über das Ziel spekulierten, daß es Aufgabe ist, sich selbst anzustrengen. Das sie den Verstand und ihre ganze Sensibilität einzusetzen hatten, um aus eigenen Kräften Weg und Ziel zu finden. Sie vernachlässigten die Tatsache, daß dies niemals eine in dem Weg oder dem Ziel wohnende magische Kraft für sie bewirken würde.

Zu häufig wurde in der jüngeren Vergangenheit die heilige Kuh gemolken und sei es zur Kriegstreiberei.

Es setzte eine Verehrung des verstandesmäßigen Denkens ohne spirituellen Wert ein, anstatt den Verstand mit aller zur Verfügung stehender Kraft zu nutzen. Sie ließen die Spannkraft des Körpers und des Geistes schlaff, statt ihn mit aller Energie zu spannen.

So müssen die Menschen in einer Zeit in der sich die Vorherrschaft bestimmter Interessenverbände und deren überflüssige Dogmen und Theorien widerspiegelt, auf diktierte Lehrsysteme verzichten. Als weiteres sollten sie im Bereich des Individuallernens, ihre eigene Indoktriniertheit durch Methoden der Introspektion auf der Basis koknitiver Lernprozesse zurückverfolgen und aufschlüsseln.

Dies ist deshalb von enormer Wichtigkeit, da diese Prägungen eine historische Bedeutung haben. Wir erkennen: Sie sind das Resultat von willkürlich erfundenen Konzepten, die als dogmatische Regeln akzeptiert werden mußten. Das hatte wenig mit den Natur- oder den geistigen Gesetzen zu tun. Abweichungen von der diktierten Norm hatten Bestrafungen und jede Art von Repressalien, wie Ausstoß aus der Gesellschaft, Folter, Hinrichtung, Verfolgung etc. zur Folge.

Diese pervertierte Form der Zwangssozialisierung beinhaltet die Versklavung des Individuums und seine Unterwerfung für die egoistischen Machtinteressen weniger. Die Gemeinschaft diszipliniert den Einzelnen, da bei einer Abweichung von der Norm eines Einzelnen, das ganze nähere Umfeld (Familie, das Dorf etc.) bestraft wurde und daraus der Zwang zum Konformismus Überlebenswert bekam. Solange wir nicht wissen wie und wo genau es uns manipulierte, sind wir gefangene im Netz grausamer Illusionen.

Auf diese Weise wurde unser Denken seit Jahrhunderten durch Zwänge modelliert. Die daraus entstandenen uns somit aufgezwungenen Denkmodelle haben die meisten unserer Denkweisen reduktiv kollektiviert. Es wird interessant sein, der Frage nachzugehen, ob die daraus resultierenden Verhaltensmuster über die Erziehung oder genetisch bedingt weitergegeben werden. Gibt sich die Natur mit dem zufrieden, was ihren Fortbestand in etwa sichert oder ist optimales Leben das unrealistische Ideal eines Bewußtseins, da seine Realisation einen zu hohen Kraftaufwand benötigt.

Alleine die Vorstellung, daß etwas in unserem Denken existiert, daß aus den Irrtümern der Jahrtausende gestaltet wurde wirkt erschreckend, aber genau so verhält es sich. Was sind die tatsächlichen Absichten derjenigen gewesen, die diese Konzepte geschaffen hatten. Dienten sie nur sich selbst und den Zwecken weniger oder welche Ziele verfolgten sie.

Die ganze Tragödie dieses Vorganges wird besonders dann deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, daß unsere gesamte Wahrnehmung, also unsere Realitätsbildung durch unser Denken bedingt ist. Das was wir nicht denken können oder dürfen, ist für uns nicht erlebbar. Die Dinge, die wir nur auf die Vorgeschriebene Weise sehen dürfen, entziehen sich in ihrer Gesamtheit unserer Aufmerksamkeit.

Es gibt nicht das Ding an sich, sondern die Dinge haben die Eigenschaften, die wir ihnen durch unsere Vorstellungsvermögen geben können. Sie sind Objekt und Subjekt zugleich. Sie existieren als Ganzes nur in jenem einen Kontinuum, daß sich aufgrund unserer Begrenztheit unserer Vorstellungskraft entzieht. Da wir die Dinge nicht mehr in ihrer Summe sehen können, stellen sie sich uns in parallelen Welten dar. Jeder lebt in seinem eigenen, durch seine Vorstellungskraft bedingten individuellen Realität. Je nachdem welchen Gesichtspunkt wir als Ausgangspunkt für unsere Betrachtung einnehmen entsteht diese oder jene Wirklichkeit. Erst wenn wir gelernt haben die Dinge "vorurteilsfrei", in ihrer Gesamtheit zu sehen, existieren wir gemeinsam in einer Welt. Allerdings müssen die Wahrnehmungsorgane, die wir bisher nur auf gewöhnlich Weise benutzten, erst für ein allumfassendes  Bewusstsein trainiert werden.

Dadurch, daß alle Menschen im Grunde das gleiche Denken und Wahrnehmen, da sie in ihren Denkweisen kollektiviert sind, entsteht der Eindruck, daß dieses begrenzt sein die unüberwindliche Normalität darstellt. Deshalb ist es nun absolut an der Zeit, daß wir alle aufs nachdrücklichste die Selbstentschlossenheit, Selbstverantwortlichkeit und Unabhängigkeit des Menschen betonen. Sonst kann es keine Befreiung und keine optimale geistige Evolution geben.

Es ist also eine der ersten und wichtigsten Aufgaben, den Bogen des Körpers und des Geistes durch Übung und Disziplin neu zu spannen. Erst nachdem das Selbstvertrauen in die eigene Erkenntnisfähigkeit wieder hergestellt ist bekommt der Einzelne die Möglichkeit sein wahres Wesen zu entfalten. Wenn die Verzierungen und Spinnweben der überlebten Theologie, die einseitigen wissenschaftlichen Spekulationen sich aufgelöst haben und wir durch innere Schau die Beklemmung regulierender Konzepte modifiziert haben, ist der Weg für eine erfolgreiche geistige Entwicklung geöffnet.

Trotz allem haben Methoden zur geistigen Entwicklung, richtig angewandt, eine ungeheure Kraft, die im ethischen Sinn aus der Reinheit und Wahrhaftigkeit des Praktizierenden resultiert und durch ein geeignetes Milieu nur verstärkt und bewußt gemacht wird. Wenn aber auch die innere Haltung des Praktizierenden die primäre Macht ist, so ist dennoch die Form, in der sie zum Ausdruck kommt, sehr von Bedeutung. Sie muß dem Inhalt und der Aussage angemessen, melodisch rhythmisch, kraftvoll und durch gedankliche und gefühlsmäßige Assoziationen, durch Tradition und durch eigenes Erleben nachvollziehbar, sowie abstrahierbar sein.

Die angehenden Philosophen und wahrhaft wissenschaftlich Informierten erwarten nicht, daß eine höhere Macht, ihnen profane Wünsche erfüllt. Ebensowenig gehen sie davon aus, daß eine solche Haltung zu höheren Erkenntnissen führt. Es ist ihnen völlig klar, daß die Wirksamkeit solcher Methoden nur auf dem Weg über den eigenen Geist möglich ist.

Durch das harmonische Zusammenwirken von Form (Klang und Rhythmus), Gefühl (Impuls philosophischer Hingabe), und Idee (geistige Assoziation: Wissen und Erfahrung), durch welche die latenten Kräfte von denen die dem bewußten Willen unterworfenen den kleinsten Bruchteil darstellen- erweckt, verstärkt und modifiziert werden, eröffnen sich uns bisher ungeahnte Möglichkeiten.

Die Form ist unerläßlich, weil sie das Gefäß ist, das die anderen Qualitäten enthält. Die Form gleicht dem Rahmen, gibt die Atmosphäre, das Milieu vor, in der sich die Qualitäten entfalten können; Gefühl ist unerläßlich, weil es die Einheit unter den Menschen schafft (jeder Mensch hat ein "Herz") und unsere Wahrnehmung auch als Empfindung begriffen werden kann (Wir empfinden eine Farbe als grell rot etc.) der Hitze des Feuers vergleichbar, das dadurch, daß es verschiedenartige Metalle schmilzt, diese zu einer neuen homogenen Gemeinschaft verbindet; Während die Idee die Substanz, die "prima materia" ist, die alle Elemente des menschlichen Geistes belebt und ihre schlafenden Kräfte aufweckt.

Der Ausdruck "Idee" soll hier nicht als bloße Fähigkeit zur gedanklichen Abstraktion verstanden werden. Sie ist in seinem ursprünglichen Sinne des griechischen Wortes "Eidos" zu verstehen. Das bedeutet als ein schöpferisches Bild oder einer Art lebendiger Erfahrung, in der die Wirklichkeit widergespiegelt und immer wieder neu erschaffen wird.

Während die Form sich innerhalb der Praxis vieler Generationen wandelt, ist die Idee, welche sie inspiriert, die Gabe Gottes, Buddhas oder der geistigen Gesetze und nur in diesem Sinne können wir sagen, daß die geistige Kraft der Allmacht in der Methode gegenwärtig ist. Der Impuls jedoch, der die Qualitäten des Geistes und des Herzens verschmilzt und die schöpferischen Kräfte, die von der Idee erweckt werden und sie mit Leben erfüllen, sind das, was der Praktizierende beizusteuern hat.

Wenn seine Überzeugung nicht rein ist, wird es ihm nicht gelingen, die innere Einheit herzustellen; wenn sein Geist nicht geschult ist, wird er nicht fähig sein, die Idee in sich aufzunehmen und zu verarbeiten; wenn er seelisch stumpf ist, werden seine inneren Kräfte dem Rufe nicht folgen; und wenn es ihm an Konzentration fehlt, wird er Form, Herz und Geist nicht in Einklang bringen können.

Methoden zur geistigen Evolution stellen somit keine Praktik dar, den unangenehmen Auswirkungen des Lebens oder den Konsequenzen unserer Handlungen (Ursache und Wirkung) zu entschlüpfen, sondern sie sind ein Mittel, das eigene Anstrengungen erfordert. So wie jeder andere Weg zur Erkenntnis ist der kognitive Lernprozess ein Lernen durch bildhaftes Vorstellungsvermögen im Rahmen erlebter Situationen und nur wo dies erkannt oder vermittelt wird, können Methoden zur geistigen Evolution von Nutzen sein.



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